Vom Licht

Und du bleibst immer derselbe.
Was sich auch ändert,
wenn sich auch ändert
das Wetter, der Ton, die Jahreszahl,
wenn einmal mehr wechseln
Jahreszeiten, Regierungen, Meinungen,
selbst wenn diskutiert wird
ob man dich noch braucht.
Und falls man abschließend feststellen wird,
dass das alles ganz und gar Unfug ist
mit dir und dumm und aus der Mode,
bleibst du doch
immer derselbe und
hängst am Kreuz
und hängst an mir.
Und wenn Nacht um uns ist,
die Laterne erlischt,
die Kerze verbrennt,
die Lampe ausgeht,
so bleibt uns doch
dein ewiges Licht
das da leuchtet
von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

von Tobias Petzoldt, 2015

Verleugnungsmonolog

Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
(Mk 8, 34b)

Warum sollte ich dir folgen?
Was weiß ich denn, wohin du gehst
und ob Weg und Richtung für mich stimmen?
Außerdem weiß jedes Kind,
wie dumm es ausgehen kann,
wenn alle nur einem blind folgten.
Besser gehe ich darum eigene Wege,
du wirst das verstehen.

Welches Kreuz soll ich denn nehmen?
Das machst du schon.
Du machst das schon.
Das sieht man doch, hängst doch überall herum.
So will doch kein Mensch enden,
ich bitte dich.

Und schließlich:
Was heißt denn hier, sich selbst verleugnen?
Ich bin froh, dass ich mich gefunden habe
und zu mir.

Du aber passt manchmal nicht,
passt mir manchmal nicht,
passt einfach nicht unsere Welt.
Damit kann man sich doch nicht sehen lassen.

Bis kein Hahn mehr kräht nach irgendwas.


von Tobias Petzoldt, 2015

Sprechmotte in drei Gruppen

A  
Ist’s möglich, so viel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.

B  
Unmöglich: Frieden suchen, während Waffen sprechen.
Unmöglich: Freundschaft halten, wenn Interessen herrschen.
Unmöglich: Gewalt verhindern, wenn Chaos droht.

A  
Vergeltet niemandem Böses mit Bösem.
Seid auf Gutes bedacht gegenüber allen.

C  
Friede , Freude, Eierkuchen, das hättet ihr wohl gern.
Friede, Freude, Eierkuchen, wo ist denn dieser Stern?
Friede Freude, Eierkuchen.


A    
Rächt euch nicht selbst, meine Lieben,
sondern gebt Raum dem Zorn Gottes,
denn es steht geschrieben:
„Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.“


B        
Wie du mir, so ich dir,
wer nicht hören will, muss fühlen,
Kinder lernen aus den Folgen
Das sind die Regeln, die wir brauchen.


A         
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

C         
Friede , Freude, Eierkuchen, das hättet ihr wohl gern
Friede, Freude, Eierkuchen, wo ist denn dieser Stern?
Friede Freude, Eierkuchen.


A         
Vielmehr, „wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen;
dürstet ihn, gib ihm zu trinken.
Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.“


B         
So weit kommt es noch,
alles verschenken,
ohne Gewähr,
alles riskieren.
Was soll das bringen?
vergebene Liebesmüh!


C         
Friede, Freude, Eierkuchen, das hättet ihr wohl gern.
Friede, Freude, Eierkuchen, wo ist denn dieser Stern?
Friede Freude, Eierkuchen.

 

von Cornelia Dassler

Sprechmotette in drei Gruppen – gibt es auch komponiert für Chor und kleines Orchester oder Klavier aus der Friedensmesse von Wilfried Müller, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.