#beimir

Zu diesem Kreuzweg

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Vor 2000 Jahren ging Jesus auf seinem Weg mit dem Kreuz. Er geht diesen Weg bis heute: mitten unter uns und mit uns zusammen. Sein Kreuzweg kreuzt unseren Alltag. Das ist die Kernbotschaft unseres pastoralen Handelns: Sie erzählt vom Tod und von der Auferstehung Jesu Christi und davon, dass dieser Weg Jesu auch unser eigener, persönlicher Weg mit Gott und zu Gott ist. #beimir legt Zeugnis ab, dass Gott in Jesus dort ist, wo Leid jetzt entsteht, wo Menschen jetzt leiden. Das fordert uns persönlich heraus, ihn in unser Leben zu lassen, uns für ihn zu entscheiden und danach zu handeln

Mit der Wirklichkeit ist das so eine Sache. Wir denken ja immer, es gibt nur eine: nämlich die, die wir selbst sehen. Die kann ich ja schließlich erleben, erfahren, beschreiben – das allerdings sehen wir alle persönlich für uns so... Deshalb brauchen wir einander: um einander zu erzählen, um miteinander zu teilen, um uns gegenseitig Zeugnis von dem zu geben, was für uns zählt, um gemeinsam nach dem zu suchen, was in der Wirklichkeit als Kernbotschaft geborgen ist: Wahrheit und Sinn.

Jesus trug sein Kreuz vor 2000 Jahren in Jerusalem; das ist sozusagen die historische Wirklichkeit. Der im letzten Jahr veröffentlichte Kreuzweg JesusArt, der große Nachfrage fand und findet, näherte sich deshalb in Stencil-Kunst den Kreuzwegsituationen unserer Welt heute, um der Radikalität des Kreuzweges Jesu in unsere Tage hinein zu folgen. Die Perspektive dieses Kreuzwegs JesusArt war und ist auf die Menschen in diesen Situationen gerichtet; seine Haltung eine prophetische, die zum Handeln und Verändern aufruft, die gesprayten Bilder zeigen Menschen auf ihrem Kreuzweg. Ästhetisch und pastoral geht es JesusArt damit um eine innerweltliche Prophetie.

Jesus trug sein Kreuz damals und er trägt sein Kreuz auch heute unter uns, er wird heute gekreuzigt, das ist die Wahrheit des Glaubens. Und auch hier braucht es die persönlichen Perspektiven, um Wahrheit und Sinn zu entfalten. Deshalb berühren sich die Kreuzwege JesusArt und #beimir, die Kreuzwegsituationen und die Lebenssituationen ästhetisch und perspektivisch, sie bereichern sich gegenseitig und stehen jeweils doch für sich selbst. Dieser Kreuzweg #beimir erzählt die Passion Jesu als Teil von Lebenssituationen unserer Welt; er tut das in verfremdeten Fotografien, inmitten derer die Passion Jesu gesprayt zu sehen ist.

Für die Fotografie liegt der ja Schluss nahe, dass sie die Herausforderung der je persönlichen Wirklichkeit lösen kann, denn sie bildet „die“ Wirklichkeit scheinbar einfach ab. Doch sie ist genauso subjektiv, denn der beobachtende, fotografierende Mensch ist Teil der Wirklichkeit und verändert sie. Wahrheit entsteht erst im Miteinander von Fotograf und Betrachter, dann, wenn im Betrachter die Kunst des Fotografen und die Erfahrungen, Gefühle, Hoffnungen, Leiden und Brüche des Betrachters miteinander den Raum für Wahrheit und Sinn eröffnen.

Deshalb zeigt #beimir den wirklichen Kreuzweg Jesu, der mitten durch unseren Alltag führt, auf Fotografien. Und auf diesen Fotografien die wieder aufrüttelnde, prophetische, zum Entscheiden und zum Handeln aufrufende Kunstform Stencil Art; ihr Ort ist der öffentliche Raum, sie platziert Botschaften, Zeichen, Kritik – und hier zeigt sie die Stencils. Jesu.

Je länger die Ästhetik der Fotos von #beimir auf uns wirkt, wenn wir sie betrachten, umso mehr wird deutlich, dass Jesus seine Kreuzwegstationen mitten unter uns heute erlebt.
Die Bilder von Menschen und Street Art Kunst machen Jesus und sein Martyrium an realen Orten sichtbar. Davon erzählen wir einander, denn es geht um Wahrheit, um Sinn und auch um unser Leben selbst. #beimir lässt Jesus als Teil meines Lebensweges sichtbar werden und „kratzt“ an meinen täglich neuen Entscheidungen: Kann ich Ihn finden in meinem Alltag? Wie weit, wie nah an mich ran will ich Ihn wirklich zulassen in meinem Leben, in meiner Wirklichkeit? An jeder Kreuzweg-Station werden in #beimir persönliche Geschichten und Erfahrungen, in denen Jesu Kreuzweg das eigene Leben prägte, zu Glaubenszeugnissen, martyria. Miteinander teilen, dass Gott erfahrbar ist, konkret und persönlich, gerade durch Jesu Leidensweg mit dem Kreuz damals und heute.
## sind auch als Doppelkreuze lesbar. In der Botschaft #beimir, die der Titel ist, kennzeichnen sie die innere Struktur und den Aufbau des Kreuzwegmaterials. Sie stehen zugleich ästhetisch auch für den Inhalt, für diese Botschaft ein: Ein Kreuz, das für den Weg Jesu damals steht; ein Kreuz, das für den Weg Jesu heute steht. Der Kreuzweg #beimir legt Zeugnis ab, dass Gott in Jesus dort ist, wo Leid jetzt entsteht, wo Menschen jetzt leiden. Das fordert uns persönlich heraus.

Es geht um Wahrheit und Sinn. Es geht um das Kreuz in unserer gemeinsamen Wirklichkeit, in unserer Welt, unserer Gesellschaft, es geht darum, (das) Kreuz zu zeigen, darüber zu sprechen. Und es geht um meine persönliche Wirklichkeit, um den Kreuzweg Jesu, der durch mein Leben führt. Und etwas verändert.
Das ist Zielrichtung unserer Kernbotschaft des Glaubens: Jesus Christus ist bei uns, er ist mir in meinem Leben, er begleitet mich, weil er mich liebt. Er ist #beimir.

Das ist die Herausforderung, die uns und mir gestellt ist: die Liebe und die Stationen seines Leidens kreuzen mein Leben. Jedesmal neu fordern sie mich auf und fordern mich heraus, Jesus Christus mitten im Lebenzu erfahren und daraus zu leben und zu handeln.

Alexander BotheAlexander Bothe

Referent für Ministrantenpastoral und liturgische & kulturelle Bildung, Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj), Deutsche Bischofskonferenz. Geschäftsführer und Redaktionsleiter des Ökumenischen Kreuzwegs der Jugend

Auch wichtig
In der Regel haben wir in allen Materialien geschlechtergerechte Formulierungen verwendet. Wir bitten um Verständnis, dass dies aus reinen Übersichtlichkeitsgründen in Einzelfällen nicht möglich war, und laden ausdrücklich dazu ein, dies beim Lesen/Sprechen ggf. anzupassen. In den Materialien des Jugendkreuzwegs wählen wir bisweilen auch die „Sie-Form“, häufiger aber die „Du-Form“. Sie erscheint uns für den Jugendkreuzweg angemessen, wir schließen in diese Anrede mit Respekt, Höflichkeit und der Bitte um Verständnis aber auch alle Menschen ein, die das Siezen sonst bevorzugen.