Bernd Arnold im Interview zum Ökumenischen Kreuzweg der Jugend 2015

2 Welchen Fokus legen Sie auf ein Bild, wie gehen Sie technisch vor?
Da ich nicht vom Dokumentarischen der Fotografie überzeugt bin, versuche ich zuerst meine Meinung und Haltung zum Objekt oder der Situation zu finden. Bei der Fotografie ist ja der Ausschnitt und der Zeitpunkt der Aufnahme schon ein ausgesprochen subjektiver Vorgang und bestimmt damit den Fokus auf das Objekt. Die „Schärfe" hängt davon ab, mit welcher Haltung oder Meinung ich zum jeweiligen Thema meine Fotografie entwerfe. Aus diesem Zusammenwirken zwischen Objekt und meiner subjektiven Perspektive entsteht ein Einblick in die aktuelle Zeit, in der die Aufnahme entstanden ist. Die Fotografie suggeriert hier im besten Fall Dokumentarisches.

3 Was hat Sie an der Fokussierung von Leben, Leid und Tod des diesjährigen Kreuzwegs besonders berührt?
Die Verknüpfung alter Materialien, wie die Kupferplatten, mit einem Medium unserer Zeit: der Fotografie in Zeitschriften, bzw. des Fotojournalismus. Der Fotojournalismus seit den 30er Jahren prägt sehr stark das Bild des Menschen. Die Kraft der Fotografie liegt in der Stille und Ruhe und der Möglichkeit des Einprägens, im Gegensatz zu den heute dominanten Medien Fernsehen oder dem unendlichen Flirren des Web. Umso mehr rücken in diesem Kreuzweg durch den Anteil der fotojournalistischen Wahrnehmungsgewohnheit die aktuellen Krisen in den Mittelpunkt. Dabei berührt mich doch immer wieder, wie viele Kreise die Menschheit in ihrem Wunsch nach positiver Menschlichkeit gehen muss, um ihrem Schicksal langfristig eine bessere Wendung zu geben.

4 Wie haben die Erfahrungen Ihrer bisherigen Arbeiten für und mit dem Jugendkreuzweg Ihren persönlichen und ihren fotographischen Fokus verändert?
Ich fühle mich immer wieder bestärkt, an wesentlichen Themen zu bleiben und zu arbeiten, die die Menschen im Zentrum haben. Mein Fokus ist gewissermaßen so eine Art Sinnsuche in Zusammenarbeit mit den Objekten meiner Fotografie.

5 Welche Hoffnung fokussiert Ihr Leben?
Frieden.