Die Altarbilder

Die zwei sind der Schnitzer Niklaus von Hagenau und der Maler Grünewald. Sie arbeiten zwischen 1512 und 1516 an ihrem Werk, das weit größer ist, als das Bild, das den Ökumenischen Kreuzweg der Jugend illustriert.

Ihr Werk umfasst, neben den Schnitzereien, 10 Bilder:

  • Der Ordenspatron Antonius, der ägyptische Wüstenvater, den Grünewald als jemand dargestellt, dem die menschlichen Regungen und Versuchungen nicht fremd sind und der sich seine Heiligkeit erringen muss.
  • Der Märtyrer Sebastian, als jemand, der auf einem geistlichen Weg schon weit vorangekommen ist.
  • Sie rahmen die Kreuzigungsszene, der die Stationsbilder des JKW entnommen sind.
  • Darunter die Beweinung Christi – der tote Jesus wird vom Kreuz abgenommen und Maria Magdalena, Maria, die Mutter Jesu, und Johannes, der Lieblingsjünger, beweinen ihn, bevor sie ihn in einen Sarkophag legen.
  • Die Verkündigungstafel zeigt den Erzengel Gabriel, der Maria die Geburt Jesu verkündet. Wie eine Zierfigur im Gewölbe blickt Jesaja auf die Szene, die er als Prophet schon 700 Jahre früher ankündigte.
  • Das Engelskonzert in Erwartung der Geburt Jesu – und die Geburt Jesu, darüber thront Gottvater in sonnenhafter Herrlichkeit. Maria mit dem Jesuskind in symbolschwangerer Szenerie zwischen dornenlosen Rosen, Feigenbaum und Baum der Erkenntnis.
  • Die Auferstehung, sicherlich eines der bekanntesten Gemälde des Altars: Jesus schwebend in einer Aureole, zu Füßen schlafende Wächter.
  • Die Peinigung des Antonius – eine Schautafel, die die Versuchungen des Heiligen zeigen; Dämonen, Laster, Untugenden bedrängen ihn.
  • Das Gespräch zwischen dem hl. Antonius und dem Apostel Paulus, basierend auf einer Legende, derzufolge beide als Einsiedler in der Wüste lebten.

Grünewald überlässt in seinen Gemälden nichts dem Zufall. Alles ist voller Symbolik und deutungsschwanger. Viele Details zu den Bildern erschließen ihren tiefen Sinngehalt und nehmen den Betrachter, damals gewiss um einiges bibelfester als heute, mit auf eine Reise der inneren Auseinandersetzung (Weil die Symbolik selbst in der Erschließung der Stationen nicht weiter zum Tragen kommen, verweisen wir alle Tiefgänger auf: Michael Schubert, Der Isenheimer Altar – Geschichte, Deutung, Hintergründe, Urachhaus, Stuttgart 2007).

Das reiche Bildprogramm des Isenheimer Altars lässt sich je nach liturgischer Zeit vielfältig zusammenstellen, so dass immer nur ein Teil der Bilder für den Betrachter zu sehen ist.

1792, das sind die Jahre der französischen Revolution, wird der Altar nach Colmar in die Bibliothèque Nationale du District gebracht, dann, 1852, ins ehemalige Dominikanerinnenklosters Unterlinden, wo er zum bekanntesten und faszinierendsten Ausstellungsstück wird.

Musée Unterlinden
1, rue d'Unterlinden
F-68000 Colmar
+33 (0)3 89 20 15 50
http://www.musee-unterlinden.com