Schmökerliste 2013

 

Unser Bücherwurm ist

Oliver Serwas, Pastoralreferent des Dekanates Mayen-Mendig, Bistum Trier

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I. Station.

 

Jonathan ist anders als die anderen Möwen. Er möchte die Grenzen des Fliegens ausloten. Für ihn ist Fliegen mehr als nur Möglichkeit, sich Nahrung zu beschaffen. Doch die anderen Möwen sind davon nicht begeistert.

 

„Möwe Jonathan, komm in die Mitte!“ Der Älteste sprach die Worte sehr zeremoniell. In die Mitte kommen, das bedeutet entweder die größte Schande oder die größte Auszeichnung… „Möwe Jonthan“, sagte der Älteste. „In deiner Schande tritt in die Mitte vor die Augen deiner Sippe.“

Jonathan war wie vor den Kopf geschlagen. Die Beine versagten den Dienst, die Flügel hingen schlaff, er hörte nur noch ein Dröhnen. In die Mitte treten zur Schande? Unmöglich… Der Große Durchbruch… Sie mißverstehen es… Sie irren sich, sie irren sich.

„… wegen skrupellosen Leichtsinns“, intonierte die Stimme streng, „mit dem gegen die Würde und die Tradition der Möwensippe verstoßen wurde…“

Zur Schande in die Mitte treten müssen, das bedeutet, daß man ihn aus der Gemeinschaft der Mösen ausstieß, ihn zu einem einsamen Dasein auf den Fernen Klippen verdammte.

„… eines Tages, Möwe Jonathan, wirst auch du begreifen, daß sich Verantwortunglsosigkeit nicht bezahlt macht. Leben, das ist das Unbekannte, das Unerkennbare.

Wir wissen nur eines: Wir wurden in die Welt gesetzt, wir müssen uns ernähren und uns, so lange es nur irgend möglich ist, am Leben erhalten.“

Keine Möwe darf je dem Urteil der Ratsversammlung widersprechen, doch Jonathan erhob die Stimme. „Verantwortungslosigkeit?“ rief er aus. „Meine Brüder! Keiner kann mehr Verantwortungsbewußtsein beweisen als eine Möwe, die ein höheres Ziel erkennt, die dem Ruf folgt und den Sinn des Lebens findet. An die tausend Jahre sind wir nur mühselig hinter Fischabfällen hergewesen, jetzt aber hat unser Leben einen neuen Inhalt bekommen – zu lernen, frei zu sein! Gebt mir eine Chance, laßt mich euch zeigen, was ich gefunden habe….“

Der Schwarm hockte wie aus Stein.

„Die Brüderschaft ist zerbrochen“, intonierten die Möwen einmütig im Chor, schlossen feierlich die Augen und wandten sich von ihm ab.

 

Richard Bach und Russell Munson, Die Möwe Jonathan, Frankfurt a.M. 1970, S. 26f.


II. Station.

 

An ihrem 13. Geburtstag beginnt Anne Frank ihr Tagebuch. Anne versteckt sich 1942 zusammen mit ihrer jüdischen Familie in den Niederlanden vor den Nationalsozialisten. Mit ihrem Tagebuch setzt sie ein Symbol gegen Terror und Verachtung.

 

Wenn man das hört, fragt man sich dann nicht unwillkürlich, warum dieser lange und schwere Krieg geführt wird? Wir hören doch immer, dass wir alle zusammen für Freiheit, Wahrheit und Recht kämpfen! Fängt jetzt noch während des Kampfes schon wieder die Zwietracht an? Ist ein Jude doch wieder weniger als die anderen? Oh, es ist traurig, sehr traurig, dass wieder, zum soundsovielten Mal, der alte Spruch bestätigt wird: Was ein Christ tut, muss er selbst verantworten, was ein Jude tut, fällt auf alle Juden zurück.

Ehrlich gesagt, ich kann es nicht begreifen, dass Niederländer, Angehörige eines so guten, ehrlichen und rechtschaffenen Volkes, so über uns urteilen, über das vielleicht am meisten unterdrückte, unglückliche und bedauernswerteste Volk der Welt.

Ich hoffe nur, dass dieser Judenhass vorübergehender Art ist, dass die Niederländer doch noch zeigen werden, wer sie sind, dass sie jetzt und nie in ihrem Rechtsgefühl wanken werden. Denn das ist ungerecht! Und wenn das Schreckliche tatsächlich Wahrheit werden sollte, dann wird das armselige Restchen Juden die Niederlande verlassen. Wir auch. Wir werden mit unserem Bündelchen weiterziehen, weg aus diesem schönen Land, das uns so herzlich Unterschlupf geboten hat und uns nun den Rücken zukehrt.

 

Anne Frank, Tagebuch, Frankfurt 2004, S. 284.


 

III. Station

 

Der Abend des 4. Dezember 2010 verändert das Leben von Samuel Koch. In einer brisanten Wette will er sich einer neuen Herausforderung bei "Wetten dass..." stellen - und verunglückt. In seiner Autobiographie schildert die Ereignisse und von den Freunden und der Familie, die ihm zur Seite stehen.

 

Während all dieser Vorgänge wichen meine Eltern und Geschwister fast nie von meiner Seite. Und ebenso wenig meine Freunde. Noch heute rechne ich ihnen sehr hoch an, was sie in diesen ersten beiden Tagen in Düsseldorf getan haben.

"Sie haben etwas ganz einfaches gemacht", sagte mein Vater. "Sie waren nämlich da."

Spontan versammelten sich meine Freunde in der Eingangshalle der Universitätsklinik. Sie redeten miteinander, sie weinten, sie beteten, sie sprachen meinen Eltern Trost zu. Sie kümmerten sich um meine Geschwister. Ebenso spontan beschlossen sie, die Nacht über bei meinen Eltern bleiben, nicht von ihrer Seite zu weichen.

"Da lernst man den Unterschied zwischen professionellem Hotelpersonal auf der einen und den Menschen dahinter auf der anderen Seite kennen", erzählte mein Vater.

In dem Hotel, in dem meine Eltern in der Nacht des Unfalls und in den folgenden Nächten untergebracht waren, wurden die Zimmermädchen und Porties zu Engeln...

"Am Sonntagvormittag hatte Thomas Gottschalk unsere ganze Familie auf sein Hotelzimmer eingeladen.", erzählte meine Mutter. "Er sagte, wie nahe im das alles ging. Zum Abschluss wollte er mit uns das Vaterunser beten, da wir ja "sehr fromm" seien, wie er meinte. Also haben wir zusammen gebetet. Na ja, mehr geholpert, aber wir haben miteinander für Samuel gebetet. Thomas Gottschalk hat uns damals versprochen, dass er alles für Samuel tun möchte, was in seiner Macht steht. Wir haben bis heute Kontakt."

 

Samuel Koch, Zwei Leben, München 2012, 81f.


 

IV. Station

 

Die Irrungen und Wirrungen des Lebens hinter sich lassend und konzentrierend auf das, was wirklich wichtig ist (der Zweck der Existenz, kurz ZdE), erfährt John was es heißt, seelisch am Ende zu sein, wenn man fast unter dem eigenen Kreuz hinfällt.

 

Eine Stunde später hatte ich mich heillos verfahren. Die einzigen Kreuzzungen, die ich überquert hatte, waren klein und mit der Sorte Straßenschilder markiert, die einem sofort klarmachen, dass man ein Problem hat. Wenn man 40 Meilen lang keinen anderen Menschen gesehen hat und die Straße, auf der man sich befindet, "Alte" beginnt, wie bei "Alte Landstraße", dann sieht es gar nicht gut aus... "Ich hätte einfach auf dem Highway bleiben sollen", dachte ich verärgert. "Ich habe mich darüber aufgeregt, eine Stunde zu verlieren, aber nun habe ich zwei vergeudet und weiß immer noch nicht, wo zum Teufel ich bin."

Ich schlug mit der Faust gegen das Autodach, als ob das Auto etwas dafür könnte oder als würde das irgendwas bringen.

10. 15, 20 weiter e Meilen - immer noch nichts. Mittlerweile war der Tank weniger als halb voll. Soweit ich es beurteilen konnte, war es keine Option mehr zurückzufahren. Mit dem restlichen Benzin konnte ich nicht mehr zu meinem Ausgangspunkt zurückkehren - gesetzt, ich würde diesen Ort überhaupt finden. Und selbst wenn es mir gelänge: Auf der gesamten Strecke gab es keine Tankstelle.

Also blieb mir nur noch, mich weiterhin durchzukämpfen und darauf zu hoffen, schließlich an einen Ort zu kommen, wo ich tanken und etwas essen konnte. Meine Frustrationsniveau bewegte sich weiterhin in die entgegengesetzte Richtung der Tankanzeige.

Ich hatte diese Reise unternommen, um Frustrationen zu vermeiden. Davon gab´s zu Hause reichlich, im Job, mit Rechnungen, und in gewissem Maße mit dem Leben im Allgemeinen. Hier brauche ich das nicht auch noch. Eigentlich sollte diese eine Gelegenheit sein, mich zu entspannen und "meine Batterien wieder aufzuladen".

"Was für eine eigenartige Redewendung", dachte ich. "Die Batterien wieder aufladen". Auspowern, wieder aufladen, auspowern, wieder aufladen... wie soll das je in eine positive Richtung führen?

 

John Strelecky, Das Café am Rande der Welt. Eine Erzählung über den Sinn des Lebens. München 2012, S. 15-18.


V. Station

 

Winston lebt in einer fernen Zukunft, die vom Großen Bruder beherrscht wird. Alles wird kontrolliert - selbst die Gedanken - und das Leben wird auf ein Minimum reduziert. Die Menschen sind aller Menschlichkeit beraubt.

 

"Wie behauptet ein Mensch seine Macht über einen anderen Menschen, Winston?"

Winston überlegte. "Indem er ihn leiden läßt", sagte er.

"Genau. Indem er ihn leiden läßt. Gehorsam reicht nicht. Wenn er nicht leidet, wie kann er dann sicher sein, daß er unserem Willen gehorcht und nicht seinem eigenen? Macht bedeutet, Schmerz und Demütigungen zufügen zu können. Macht bedeutet, den menschlichen Geist zerpflücken und dann nach eigenem Gutdünken in neuer Gestalt wieder zusammensetzen zu können. Sehen Sie jetzt allmählich, was für eine Art von Welt wir erschaffen haben? Sie ist das genaue Gegenteil der törichten, hedonistischen Utopien, die den alten Reformern vorschwebten. Eine Welt der Furcht, des Verrats und der Folter, eine Welt des Tretens und Getretenwerdens, eine Welt, die mit fortschreitender Höherentwicklung nicht weniger gnadenlos, sondern immer noch gandenloser werden wird. Fortschritt in unserer Welt wird ein Fortschritt hin zu mehr Schmerzen sein. Die alten Zivilisationen behaupten, auf Liebe und Gerechtigkeit gegründet zu sein. Unsere ist auf Haß gegründet. In unserer Welt wird es keine Gefühle mehr geben außer Angst, Wut, Triumph und Selbsterniedrigung. Wir rotten bereits die Denkweisen aus, die noch aus der Zeit der Revolution überlebt haben. Wir haben die Bande zwischen Kind und Eltern, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mann und Frau durchtrennt. Keiner traut mehr einer Ehefrau, einem Kind oder einem Freund. Doch in Zukunft wird es keine Ehefrauen oder Freunde mehr geben. Die Kinder werden ihren Müttern gleich bei der Geburt weggenommen werden, so wie man einer Henne die Eier wegnimmt... Es wird nur noch das Lachen des Triumphs über einen besiegten Feind geben und sonst keines. Es wird keine Kunst, keine Literatur, keine Wissenschaft geben... Aber immer - vergessen sie das nicht, Winston - immer wird es den Rausch der Macht geben, die ständig wächst und immer subtiler wird. Immer, in jedem Moment, wird es den erregenden Kitzel des Sieges geben, die Empfindung, auf einem wehrlosen Feind herumzutrampeln. Wenn Sie ein Bild von der Zukunft haben wollen, dann stellen Sie sich einen Stiefel vor, der auf ein Gesicht tritt - unaufhörlich."

 

George Orwell, 1984, Frankfurt 1992, 269f.


 

VI. Station

 

Dr. B., der während des zweiten Weltkriegs von den Nazis gefangen gehalten wird, kann sich nur mit Hilfe des gedanklichen Schachspiels seiner Isolation entziehen. Er wird an das Nichts geschlagen und erfährt völlige Einsamkeit.

 

 

Ein eigenes Zimmer in einem Hotel - nicht wahr, das klingt an sich äußerst human? Aber Sie dürfen mir glauben, daß man uns keineswegs eine humanere, sondern nur eine raffiniertere Methode zudachte, wenn man uns "Prominente" nicht zu zwanzig in eine eiskalte Baracke stopfte, sondern in einem leidlich geheizten und separaten Hotelzimmer behauste. Denn als Pression, mit der man uns das benötigte "Material" abzwingen wollte, sollte auf subtilere Weise funktionieren als durch rohe Prügel oder körperliche Folter: durch die denkbar raffinierteste Isolierung. Man tat uns nichts - man stelle uns nur in das vollkommene Nichts, denn bekanntlich erzeugt kein Ding auf Erden einen solchen Druck auf die menschliche Seele wie das Nichts. Indem man uns jeden einzelnen in ein völliges Vakuum sperrte, in ein Zimmer, das hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen war, sollte, statt von außen durch Prügel und Kälte, jener Druck von innen erzeugt werden, der uns schließlich die Lungen aufsprengte. Auf den ersten Blick sah mir das angewiesene Zimmer durchaus nicht unbehaglich aus. Es hatte eine Tür, ein Bett, einen Sessel, eine Waschschüssel, ein vergittertes Fenster. Aber die Tür blieb Tag und Nacht verschlossen, auf dem Tisch durfte kein Buch, keine Zeitung, kein Blatt Papier, kein Bleistift liegen, das Fenster starrte eine Feuermauer an; rings um mein Ich uns selbst an meinem eigenen Körper war das vollkommene Nichts konstruiert. Man hatte mir jeden Gegenstand abgenommen, die Uhr, damit ich nicht wisse um die Zeit, den Bleistift, daß ich nicht etwa schreiben könne, das Messer, damit ich nicht die Adern öffnen könne; selbst die kleinste Betäubung wie eine Zigarette wurde mir versagt. Nie sah ich außer dem Wärter, der kein Wort sprechen und auf keine Fragen Antworten durfte, ein menschliches Gesicht, nie hörte ich eine menschliche Stimme; Auge, Ohr, alle Sinne bekamen von morgens bis nachts und von nachts bis morgens nicht die geringste Nahrung, man blieb mit sich, mit seinem Körper und den vier bis oder fünf stummen Gegenständen Tisch, Bett, Fenster, Waschschüssel rettungslos allein; man lebte wie ein Taucher unter der Glasglocke im schwarzen Ozean dieses Schweigen und wie ein Taucher sogar, der schon ahnte, daß das Seil nach der Außenwelt abgerissen ist und er nie zurückgeholt werden wird aus der lautlosen Tiefe. Es gab nichts zu tun, nichts zu hören, nichts zu sehen, überall und ununterbrochen war um einen das Nichts, die völlig raumlose und zeitlose Leere. Man ging auf und ab, und mit einem gingen die Gedanken auf und ab, auf und ab, immer wieder. Die Gedanken, so substanzlos sie scheinen, brauchen eine Stützpunkt, sonst beginnen sie zu rotieren und sinnlos um sich selbst zu kreisen; auch sie ertragen nicht das Nichts. Man wartete auf etwas, von morgens bis abends, und es geschah nichts. Man wartete wieder und wieder. Es geschah nichts. Man wartete, wartete, wartete, man dachte, dachte man dachte, bis einem die Schläfen schmerzten. Nichts geschah. Man blieb allein. Allein. Allein.

 

Stefan Zweig, Schachnovelle, Frankfurt 1989, 48ff.


 

VII. Station

 

Sein ehemaliger Professor ist todsterbenskrank. Und so besucht Mitch Albom ihn jede Woche. Dabei betrachtet er das Leben in ganz anderen Dimensionen und lernt von dem, der im Angesicht des Todes steht.

 

Hier in Morries Büro ging das Leben einen kostbaren Tag nach dem anderen weiter. Jetzt saßen wir beisammen, etwa einen Meter von der letzten Neuanschaffung des Hauses entfernt: einer Sauerstoffmaschine. Sie war klein und tragbar, etwa kniehoch. Manchmal, wenn er in der Nacht nicht genügend Luft bekommen konnte, befestigte Morrie den langen Plastikschlauch an seiner Nase, steckte ihn an seine Nasenflügel wie einen Blutegel. Ich haßte die Vorstellung, daß Morrie an irgendeiner Maschine angeschlossen war, und ich versuchte, sie nicht anzuschauen, während Morrie sprach.

"Jeder weiß, dass er sterben muß", sagte er noch einmal, "aber niemand glaubt es. Wenn wir es täten, dann würden wir die Dinge anders machen."

"Also machen wir uns, was den Tod angeht, etwas vor", sagte ich.

"Ja. Aber es gibt eine bessere Herangehensweise. Zu wisse, daß du sterben mußt, und jederzeit darauf vorbereitet zu sein. Das ist besser. Auf diese Weise kannst du tatsächlich intensiver leben, während du lebst."

...

"Die Wahrheit ist", erklärte er, "wenn du lernst, wie man stirbt, dann lernst du, wie man lebt."

Ich nickte.

"Ich wiederhol´ es noch einmal", sagte er. "Wenn du lernst, wie man stirbt, dann lernst du, wie man lebt." Er lächelte, und mir wurde klar, was er tat. Er sorgte dafür, daß ich diesen Punkt wirklich verstand, ohne mich in Verlegenheit zu bringen, indem er nachfragte. Das war einer der Aspekte, die ihn zu einem guten Lehrer machten.

"Hast du über den Tod nachgedacht, bevor du krank wurdest?" fragte ich.

"Nein", sagte Morrie lächelnd. "Ich war wie alle anderen. Einmal sagte ich in einem Moment der überschwenglichen Freude zu einem Freund: Ich werde der gesündeste alte Mann sein, dem du je begegnet bist."

"Wie alt warst du?"

"Über sechzig."

"Also warst du optimistisch."

"Warum nicht? Wie ich schon sagte: Niemand glaubt wirklich, daß er sterben wird."

"Aber jeder kennt jemanden, der gestorben ist", sagte ich. "Warum ist es so schwer, über das Sterben nachzudenken?"

"Weil", fuhr Morrie fort, "die meisten von uns wie Schlafwandler durch die Gegen laufen. Wir kosten das Leben nicht voll aus, weil wir ständig im Halbschlaf sind und Dinge tun, von denen wir glauben, wir müßten sie tun."

"Und all das verändert sich durch die Konfrontation mit dem Tod?"

"Oh ja. Du streifst das unnütze Zeug ab und konzentrierst dich auf das Wesentliche. Wenn du erkennst, daß du sterben wirst, dann siehst du alles mit ganz anderen Augen."

Er seufzte. "Lerne wie man stirbt, und du wirst lernen, wie man lebt."

 

Mitch Albon, Dienstags bei Morrie. Die Lehre eines Lebens, München 2002, 98ff.


 

Tipps zum Thema "Mauer", "Ost-West" und ""Wende"

 

Uwe Tellkamp, Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land,. Frankfurt am Main 2008.

 

Christa Wolf, Der geteilte Himmel, München 1973.

 

Florian Henckel von Donnersmarck, Das Leben der Anderen, Frankfurt am Main 2006.

 

Conradt, Sylvia/Heckmann-Janz, Kirsten , Berlin halb und halb. Von Frontstädtern, Grenzgängern und Mauerspechten, Frankfurt am Main, 1990.

 

Sikorski, Werner/Laabs, Rainer , Checkpoint Charlie und die Mauer. Ein geteiltes Volk wehrt sich, Berlin, 1997.

 

Töteberg, Michael (Hg.): Good Bye, Lenin! Berlin 2003.